Mittwoch, 9. Juni 2010

Exchange 2010 Installation

Exchange 2010 Installation

Diese Seite basiert auf der Installation von Exchange 2010 auf einem Windows 2008R2 Server. Für die Installation auf Windows 2008 RTM kann es sein, zusätzliche Komponenten zu installieren.

Mindestvoraussetzungen

  • Active Directory
    Forrest Mode: Windows 2003 Native oder höher, d.h. keine Windows 2000 DCs und Domänen
  • Domain Controller
    mind. Windows 2003 SP1
  • Exchange Server
    Windows Server 2008 oder 2008 R2 64bit mit 4 GB
  • NET Framework 3.5 SP1

Installation

Im Exchange Help Center (http://technet.microsoft.com/en-us/library/bb124558(EXCHG.140).aspx) finden Sie umfangreiche Informationen. Unter anderem:

Da die meisten Installationsbeschreibungen sehr ausführlich sind, beschränke ich mir hier auf ein paar Bilder und Besonderheiten:

Der IIS ist natürlich für die Funktion von Exchange 2010 erforderlich. Sobald Sie aber auf einem Windows 2008R2-Server das .NET 3.5.1 installieren, kommen schon alle IIS-Komponenten mit. Ich würde aber zumindest noch die IIS "Logging-Tools" installieren, damit man Zugriffe im IIS-Log nachvollziehen kann. Dann benötigen Sie noch ein paar Windows 2008 R2 Features:

Auf einem normalen Server ohne UM-Rolle installieren folgende Befehle alle erforderlichen Voraussetzungen:

ServerManagerCmd -ip Exchange-Typical.xml -Restart
sc config NetTcpPortSharing start= auto

Zudem müssen Sie bei der Installation für die Volltextsuche noch die Office 2007 Filter installieren

Wenn sie auch noch die "Unified Messaging"-Rolle installieren, dann benötigen Sie auch noch das Windows 2008 Feature "Desktop Expirience", damit der Media Encoder installiert wird. Aber keine Sorge, das Setup beschwert sich später schon und gibt die entsprechenden Hinweise.

Auch wenn es keine "Mindestvoraussetzung ist, so installiere ich immer noch ein paar "Features" zusätzlich:

  • Windows Server Backup
    Damit können Sie grundlegend die Funktion der Datensicherung mit Schattenkopien überprüfen
  • Telnet Client
    Telnet ist sehr hilfreich, um die Grundfunktion einiger Dienste wie SMTP, POP3 und IMAP4 zu testen (siehe auch POP3 per Telnet, IMAP4 Telnet und SMTP Telnet)
  • NetMon
    Zwar kommunizieren fast alle Dienste von Exchange mittlerweile SSL-Verschlüsselt, aber NetMon ist dennoch ein gutes Werkzeug bei der Fehlersuche und Analyse

Der Startschirm zeigt ihnen die fünf Schritte, wobei Sie bei Schritt 3 eine Auswahl erhalten, ob Sie Sprachpakete aus dem Internet herunter laden oder von der Installationsquelle nutzen wollen

Wer nur eine unter 400 MB große Installationsquelle hat, dem fehlen die Sprachdateien, so dass diese von Exchange bei der Installation heruntergeladen werden sollten. Ansonsten haben sie z.B. nur "Englisch" in OWA. Das Setup speichert diese unter "C:\ExchangeSetupLogs\ExchangeLanguagePack". (ca. 200 MB)

Danach kommen zwei bekannte Fenster:

  • Lizenzbedingungen
    Wie bei allen Produkten wird auch hier ein Lizenzvertrag angezeigt, welcher vor der Installation bestätigt werden muss.
  • "Error Reporting"-Funktion
    Hiermit kann man Microsoft Rückmeldungen bei Fehlern automatisch geben, um das Produkt besser zu machen. Wenn man dem Produktteam glauben darf, dann werden die Daten zur Produktverbesserung genutzt, indem die Fehlerstellen korrigiert werden. Anwendungsdaten oder Mailadressen werden nicht gesammelt, könnten aber in den Daten unabsichtlich enthalten sein. Diese Funktion ist per Default aber deaktiviert.
  • Customer Experience Improvement Program
    Wenn Sie dies zulassen, dann sammelt die MMC Hinweise, wie Sie damit arbeiten, damit Microsoft die nächste Version noch benutzerfreundlicher planen kann. Hier ist die Standardeinstellung auf "Teilnehmen" gestellt, was vielleicht nicht jedermann gefällt.

Wen Sie eine neue Organisation erstellen, d.h. nicht von Exchange 2003 oder 2007 migrieren, kommen noch zwei weitere Abfragen:

  • Organisationsnamen (nur bei e
    Wenn Sie eine neue Installation vornehmen, dann müssen Sie wie bewohnt einen Namen für die Organisation eingeben.
  • Anfrage Outlook 2003 und Älter
    Wer noch ältere Clients betreiben will, teilt Exchange hier mit, dass er dann auch öffentliche Ordner benötigt.

Dann kopiert Exchange seine Installationsprogrammdateien, ehe die eigentliche Installation startet:

Die Auswahl des Installationsumgangs kennen Sie sicher schon von Exchange 2007.

Neu ist die Abfrage, ob und unter welchem Namen der CAS-Server aus dem Internet erreichbar ist:

An den Rollen und deren Verteilung hat sich nichts geändert. Die dann folgenden Fenster sind wieder von Exchange 2007 bekannt: Danach startet direkt die Überprüfung der Voraussetzungen, die dann doch wieder eine Überraschung aufzeigt, die aber alle recht schnell gefixt sind. Bei mir waren es folgende Komponenten:

  • UnifiedMessaging

Erst dann kann das Setup alle Voraussetzungen als erfüllt ansehen und Exchange installieren.

Und einige Zeit später sollten Sie eine erfolgreiche Installation geschafft haben:

Wenn die Installation aus welchen Gründen abbricht (z.B. weil erst beim Setup erkannt wird, dass eine vorherige Installation einen Reboot benötigt, dann können Sie das Setup nach dem Neustart einfach wieder starten. Es setzt automatisch an der Stelle wieder auf.

Konfiguration

Nach dem Abschluss der Installation startet wieder die MMC, welche über einen Assistenten die Konfigurationsschritte vorschlägt. Neu ist hier aber der Statusschirm, der eine schnelle Zusammenfassung anzeigt. Erst die zweite Karteikarte offenbart die "Post-Installation-Tasks"

Nacharbeiten

Die Installation ist natürlich nur der erste Schritt einer Installation und je nach Umgebung sind Konfigurationen durchzuführen, damit sich das System in ihr Netzwerk einfügt. Microsoft selbst verweist in der MMS sogar direkt auf die entsprechenden Webseiten

Aus meiner Sicht sind folgende Schritte besonders wichtig:

  • Zertifikat
    Tauschen Sie das von Exchange selbst ausgestellte Zertifikat durch das gewünschte offizielle Zertifikat oder eines ihrer internen Zertifizierungsstelle. Seit Exchange 2010 ist dies sogar über die GUI möglich:
  • SMTP über Send Connector und Receive Connector
    Per Default nimmt Exchange wieder nichts von anonymen Konten an. Um den Empfang aus dem Internet zu erlauben, sollten Sie die Konfiguration entsprechend anpassen und auch für den Versendeweg Exchange korrekt konfigurieren.
  • Datenbanken und öffentliche Ordner
    Exchange 2010 legt bei einer Installation in eine bestehende Organisation nur eine Postfachdatenbank aber keine Datenbank für öffentliche Ordner an. Wenn Sie öffentliche Ordner brauchen, dann müssen Sie das korrigieren.
  • Liste wird fortgesetzt ....

Allerdings beschränkt sich Microsoft hier auf die Aufgaben, die Exchange betreffen. Das greift natürlich etwas zu kurz. mir fallen da noch jede Menge andere Tätigkeiten ein z.B.

  • Virenscanner
    Es wäre töricht und leichtsinnig, einen Exchange Server ohne korrekt konfigurierten Virenscanner für das Dateisystem (Datenbanken bitte ausschließen) und die Exchange Datenbanken zu betreiben
  • Backup
    Ehe Sie produktive Daten auf den Exchange Server legen, muss mindestens ein erfolgreiches Backup und eine Testweise Wiederherstellung erfolgt sein.
  • Monitoring
    Auch ein nagelneuer Server mit aktuellster Software kann "Probleme" haben und es ist sogar nicht mal selten, dass Server gerade in der Anfangszeit husten und Konfigurationsfehler oder unvollständige Einträge im Eventlog hinterlassen. Sofern Sie eine Überwachungslösung haben, sollte der Server hier aufgenommen werden
  • Dokumentation
    Für viele Administratoren eine lästige Pflicht aber sehr trotzdem sehr wichtig. Gut dran ist, wer während der Installation einfach parallel gleich mit dokumentiert.

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